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Projekt: Kulturelle Globalisierung

Kulturelle Globalisierung

Kollektivsymboliken in wissenschaftlichen und medialen Globalisierungsdiskursen

Während ›Globalisierung‹ seit Anfang der 1990er Jahre von spezialisierten Wissensbereichen konsensuell als gegenwartsdiagnostische Kategorie verstanden wird, bleibt sie für die an partikulare Kulturen gekoppelte Subjektbildung stark wissensdefizitär. Angesichts der Komplexität und Vielschichtigkeit von Globalisierungsprozessen stoßen transnational agierende Wissensbereiche – fokussiert werden hier vor allem Ökonomie und Sozialwissenschaften – mit ihren Erklärungsmodellen an ihre jeweiligen Sagbarkeitsgrenzen. Bereits wissenschaftsintern kann beobachtet werden, dass die Thematisierung von Aspekten der Globalisierung ihr Korrelat und Kompensation in paradoxen Tendenzen zur entdifferenzierenden Wissensproduktion finden, die offenbar auf eine partielle kulturelle Reintegration des Wissens über die zur Debatte stehenden Phänomene gerichtet sind.

Das Projekt verfolgt die sukzessive Herausbildung und Distribution dieser diskursiven Formation, die unter Verwendung einschlägiger literarischen Verfahren zur Produktion einer Vielzahl, in ihrer Spezifik aber eingrenzbaren, suggestiv-verständlichen Kollektivsymboliken führt. Dabei ist davon auszugehen, dass hierbei nicht mehr ein national begrenztes Publikum adressiert wird, sondern ein im Deutschen, Englischen und Französischen variiertes, aber im Prinzip gleich bleibendes Arsenal an Symboliken, Bildern, Metaphern, narrativen Schemata etc. zum Einsatz kommt, wofür der triglossale Raum Luxemburg richtungsweisend ist.

Im Mittelpunkt des Projekts stehen deshalb Erschließung, Systematisierung sowie Applikationsformen dieses Kollektivsymbolsystems der Globalisierung, das auf einer horizontalen Achse den Raum zwischen den speziellen Wissensbereichen füllt und vertikal über populärwissenschaftlichem Publikationen, über Literatur sowie über die Alltagsmedien verbreitet wird. Zwischen den partikularen Kulturen werden so Verständigungsangebote zur kulturellen cohésion  funktional differenzierter Gesellschaften bereitgestellt.