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Der 7. Praxis- und Kontakttag im Zeichen der Digitalisierung

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Published on Wednesday, 30 October 2019

Luxemburg ist ein Land mit vielen Sprachen und Kulturen. Bei dem Prozess, “eins” zu werden, spielt der Bereich der Sozialen Arbeit eine wichtige Rolle und innerhalb dieser werden digitale Themen – wie in jedem Lebensbereich – immer relevanter.

Beim 7. Praxis- und Kontakttag des PraxisBüros der Universität Luxemburg kamen Vertreter der Politik, Wirtschaft und Praxis zum Informationsaustausch und Dialog zusammen. Auch zahlreiche Studentinnen und Studenten, die die Soziale Arbeit künftig mitgestalten werden, nahmen an der Veranstaltung teil. Sie konnten mögliche Arbeitgeber kennenlernen: Bei der begleitenden Praxismesse stellten 95 Träger, die in den Bereichen der Sozialen Arbeit tätig sind, ihre Arbeit vor und luden zum Austausch ein.

Bildungs- und Hochschulminister Meisch lobt Veranstaltung

“Ich möchte der Universität zum Praxis- und Kontakttag gratulieren, denn er ist genau das, was wir brauchen: Der politische, der akademische und der soziale Bereich müssen zusammenarbeiten, denn wir haben eine gemeinsame Aufgabe”, sagt Claude Meisch, Minister für Bildung, Kinder und Jugend sowie Hochschulwesen und Forschung. “Die Digitalisierung ist Teil unserer Gegenwart und Zukunft, aber der Mensch muss im Mittelpunkt stehen.”

Alle Zielgruppen der Sozialen Arbeit können von ihren Akteuren profitieren und gestärkt werden. Dies geschieht zum einen dank digitaler Techniken und Medien, die in der Betreuung und der Therapie zum Einsatz kommen, zum anderen durch entsprechende Schulungen und Hilfestellungen, die den Zielgruppen selbst den Umgang mit Digitalisierung im Alltag vereinfachen. Übergeordnetes Ziel der Maßnahmen in der sozialen Felder sind Inklusion, Chancengleichheit und Autonomie – und die Digitalisierung kann hier wesentlich unterstützen.

“Man denkt immer, die Digitalisierung sei rein technisch, aber der Wandel geht darüber hinaus. Was muss ein junger Mensch mit auf den Weg bekommen, um hier für die Zukunft gut aufgestellt zu sein? Die Soziale Arbeit kann hierbei ein wichtiger Begleiter sein”, sagt Mady Delvaux, Ministerin und Europaabgeordnete a.D. “Der Mensch ist kreativ, er ist sozial, ein Roboter nicht. Intelligente Menschen schaffen Künstliche Intelligenz und diese kann der Gesellschaft dann helfen, aber Menschen komplett ersetzen können Roboter nicht.”

Unterstützung für Jung und Alt

Junge Menschen müssen ausgebildet und dabei professionell begleitet werden – auch von Sozialarbeitern. Jeder 5. bricht in Luxemburg die Schule ab, das Armutsrisiko bei Kindern und Jugendlichen ist hierzulande verhältnismäßig hoch. Die Soziale Arbeit ist für sie da, begleitet “Digital Natives” während ihrer Ausbildung und hilft dabei, Medienkompetenzen aufzubauen, über Chancen und Risiken aufzuklären. Der “Dachverband vun de Lëtzebuerger Jugendstrukturen” (dlj) verdeutlichte in seinen Präsentationen, wie digitale Medien in der Jugendarbeit helfen können. So tauschen sich z.B. Jugendarbeiter mit ihrer Zielgruppe über die von dieser genutzten Kommunikationskanäle wie Snapchat und Instagram “auf Augenhöhe” aus und schaffen so wertvolle Nähe. 

Mitmenschen mit geistigen oder körperlichen Einschränkungen werden durch Akteure der sozialen Arbeit bei der Integration in die Gesellschaft unterstützt. Diesen wiederum können Innovationen der Digitalisierung bei der Ausführung ihrer Arbeit helfen: Ob per Einsatz von Robotern in der Therapie mit autistischen Kindern, die dank Künstlicher Intelligenz zum Mitmachen wichtiger Übungen motiviert werden, oder dank digitaler Medien und Programme, wie dem digitalen Journal “Konterbont” der Organisation “Autisme Luxembourg”.

Auch ältere Bürgerinnen und Bürger fühlen sich schnell ausgeschlossen, weil sie mit der schnelllebigen Welt im wahrsten Sinne nicht mehr Schritt halten können. Ausgebildete Fachkräfte in Altenheimen oder “Clubs Seniors” für Pensionäre können hier im Zuge von “Smart Learning”-Maßnahmen helfen, den Anschluss nicht zu verlieren und digitale Kompetenzen aufzubauen, um den Alltag, der zwangsläufig immer digitaler wird, zu erleichtern.

Mission mit Tradition

Bereits seit dem Jahr 2013 organisiert das PraxisBüro unter der Leitung von Petra Böwen, die zudem Begründerin und Direktorin des berufsbegleitenden Bachelorstudiengangs Bachelor in Sozial- und Erziehungswissenschaften BSSE ist, jährlich den Praxis- und Kontakttag. Das PraxisBüro ist inzwischen die Nationale Plattform für Soziale Arbeit in Luxemburg.

„Der 7. Praxis- und Kontakttag mit seinen spannenden Vorträgen und Präsentationen hat gezeigt: Die Digitalisierung kann dabei unterstützen, Probleme in der Sozialen Arbeit zu lösen und den Akteuren sowie ihren Adressaten nützen. Je nach Tätigkeitsfeld und Zielgruppe kann sie in der Therapie unterstützen, Nähe herstellen sowie Chancengleichheit und Inklusion fördern, wenn der Mensch im Mittelpunkt steht“, sagt Petra Böwen, Leiterin des PraxisBüros der Universität Luxemburg.

Über das PraxisBüro

Unter dem Leitmotto „Wissenschaft trifft Praxis, Politik und Öffentlichkeit“ ist das PraxisBüro Schnittstelle zwischen der Universität Luxemburg und den verschiedenen Akteuren im Bereich der Sozialen Arbeit im Großherzogtum. Es schafft die akademischen und praktischen Voraussetzungen für die Soziale Arbeit und vernetzt die Akteure der Universität Luxemburg - besonders die Bachelor-Studiengänge in Sozial- und Erziehungswissenschaften (BSSE) - mit Entscheidungs- und Ausbildungsträgern sowie Organisationen. Das PraxisBüro bietet außerdem eine Vielzahl von Weiterbildungsmöglichkeiten und Trainings, Studierende können hier außerdem Praktikumsplätze, Jobs oder Ehrenämter finden, Unternehmen, soziale Einrichtungen und politische Institutionen wertvolle und tatkräftige Unterstützung bieten.

Weitere Informationen unter: www.praxisbuero.lu

Photos @Universität Luxemburg / oben: Petra Böwen, Leiterin in des Praxisbüros, Stéphane Pallage, Rektor der Universität Luxemburg, Claude Meisch, Minister für Hochschule und Forschung