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Nationaler Bildungsbericht veröffentlicht

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Published on Friday, 24 April 2015

Die Universität Luxemburg und das Bildungsministerium haben am 22. April 2015 den ersten nationalen Bildungsbericht für Luxemburg veröffentlicht.

Der Bericht beschreibt ein detailliertes Bild der vorschulischen und schulischen Bildung sowie der Berufs- und Weiterbildungsangebote im Großherzogtum. Der Bericht soll voraussichtlich alle fünf Jahre erscheinen, zur Transparenz des Bildungssystems beitragen und so eine der Grundlagen für eine informierte Diskussion über Bildung und Schule schaffen.

Im Fokus des ersten nationalen Bildungsberichts stehen vor allem die institutionalisierten Bildungsangebote – von der frühkindlichen Bildung und Erziehung über die Primär- und Sekundarschulbildung bis hin zu Bildungsangeboten für Erwachsene.

Der Bildungsbericht besteht aus zwei Bänden:

  • Im ersten Band – einer Sonderausgabe der „Chiffres clés de l’éducation nationale“ – werden Statistiken, Indikatoren und Karten zum Luxemburger Bildungssystem referiert und in übersichtlicher Form dargestellt.
  • Der zweite Band mit dem Titel „Bildungsbericht Luxemburg 2015. Analysen und Befunde“ präsentiert wissenschaftliche Studien und Analysen zum Bildungssystem Luxemburgs aus pädagogischer, soziologischer, historischer, linguistischer und kognitionspsychologischer Perspektive.

Einige ausgewählte Befunde des Berichts:

  • Das Luxemburgische Schulsystem weist Bildungsungleichheiten auf Grund von sozialökonomischen Status, Migrationshintergrund und Geschlecht auf. So lässt sich feststellen, dass ein sozioökonomisch benachteiligtes Elternhaus, ein Migrationshintergrund und eine männliche Geschlechtszugehörigkeit als „Risikomerkmale“ gelten.
  • Auch wenn in Sekundarschulen die französische Sprache an Bedeutung gewinnt, setzen sich Bildungsungleichheiten aus dem Grundschulbereich für nicht-luxemburgischsprachige oder nicht-deutschsprachige Schülerinnen und Schüler dort fort.
  • Klassenwiederholungen haben keinen dauerhaften Effekt. Schülerinnen und Schüler, die Klassen wiederholen, profitieren offensichtlich im ersten Jahr nach der Wiederholung im Vergleich zu Schülern, die mit ähnlichen Leistungen versetzt worden sind. Beide Schülergruppen gleichen sich im Laufe der nächsten beiden Jahre wieder an, so dass der positive Effekt nur von kurzer Dauer ist.
  • Die Übergangsentscheidungam Ende der Grundschule ist nicht nur von den schulischen Leistungen abhängig, sondern wird auch vom Wunsch der Eltern, dem sozioökonomischer Status und dem Sprachhintergrund beeinflusst.

Die Universität Luxemburg stellt ebenfalls Maßnahmen zur Bekämpfung von Bildungsungleichheiten vor:

  • Übergänge (vor allem aufwertende) zwischen den einzelnen Schulformen einfacher gestalten;
  • unterschiedliche Voraussetzungen für den Bildungserwerb soll schon in der vorschulischen Erziehung ausgeglichen werden;
  • Zusätzliche Fördermaßnahmen durch multidisziplinäre Teams einführen;
  • Anreize für „Risikogruppen“ zum Zugang zu höheren Studien (Stipendien, spezifische Werbung).

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Kontakt und weitere Informationen an der Universität Luxemburg: Thomas Lenz

Foto, v. Links: Rektor Rainer Klump, Forscher Thomas Lenz und Bildungsminister Claude Meisch